VMCV und MKV lehnen Gesamtschulforderung des Androsch-Bildungsvolksbegehrens ab!

Image Neue Mittelschule gewährleistet Durchlässigkeit des österreichischen Schulsystems.

„Die Einigung der Regierung auf die flächendeckende Aufwertung der Hauptschulen zu Neuen Mittelschule ist ein wichtiger bildungspolitischer Meilenstein in Richtung einer sachorientierten Reform der österreichischen Schulen", begrüßen Pascal Kloser, der Landessenior des Vorarlberger Mittelschülercartellverbandes (VMCV) und Helmut Kukacka, der Vorsitzende des Mittelschülerkartellverbandes, die Beschlüsse zur Neuen Mittelschule. (In Vorarlberg gibt es bereits 51 Vorarlberger Mittelschulen.)

Gleichzeitig wenden sich aber der VMCV und der MKV gegen die Unterstützung des Androsch-Bildungsvolksbegehrens, weil dieses die staatlich verordnete Gesamtschule bis 15 einführen möchte. Dies würde die Abschaffung der Langform des Gymnasiums bedeuten. Die Gesamtschule wäre auch das Ende der Entscheidungsfreiheit der Eltern über die Schulwahl ihrer Kinder. Nur mehr für Eltern, die sich teure Privatschulen leisten können, gibt es dann eine Alternative zur staatlichen Einheitsschule. „Dies würde tatsächlich eine umfassende soziale Selektion darstellen", kritisierten Kloser und Kukacka. Im Übrigen zeigt der Vergleich der Schulsysteme insbesondere auch in der Bundesrepublik, dass die Gesamtschule keines ihrer Versprechen eingelöst hat. Weder hat sie für Chancengleichheit gesorgt noch das Leistungsniveau angehoben. Vielmehr liegen die deutschen Bundesländer mit verpflichtender Gesamtschule in allen Leistungsvergleichen hinter den Bundesländern mit differenziertem Schulsystem (z.B. Bayern, Baden-Württemberg). „Das Androsch-Bildungsvolksbegehren bekennt sich zwar auch zu einigen lobenswerten allgemeinen Formulierungen, ein klares Bekenntnis zur schulischen Leistung sucht man aber ebenso vergeblich, wie die Forderung nach einer speziellen Begabtenförderung. Ebenso bleibt die Frage offen, ob es Zugangstest für Hochschulen, Studiengebühren oder ähnliches geben soll", stellten Kloser und Kukacka fest. Mit der Neuen Mittelschule bleibt auch die Durchlässigkeit des österreichischen Schulsystems gewährleistet. Die bildungspolitische Entscheidung bleibt bis zum 14. Lebensjahr offen, und muss nicht - wie von den Gesamtschulbefürwortern behauptet- schon mit 10 Jahren getroffen werden. „Jeder dafür geeignete Schüler kann auch nach der Neuen Mittelschule in eine der verschiedenen Oberstufenformen(Oberstufenrealgymnasium, HAK, HTL, Lehre mit Matura, etc.) übertreten und die Matura erreichen", schlossen Kloser und Kukacka.

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